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Quelle: iwkoeln.de vom 06.12.07
Betriebszugehörigkeit
Die deutschen Arbeitnehmer bleiben im Schnitt länger im gleichen Betrieb als ihre Kollegen in anderen Ländern. Das resultiert allerdings auch aus dem umfassenden Kündigungsschutz. Viele Unternehmen halten sich deshalb bei der Einstellung neuer Mitarbeiter zurück, und die Arbeitslosigkeit ist im internationalen Vergleich hoch.
Der Arbeitsmarkt macht endlich positive Schlagzeilen – vor allem dank zahlreicher neuer Stellen. Kritiker monieren nun, dass die Beschäftigungsverhältnisse immer unsicherer würden. Tatsächlich aber arbeiten die Beschäftigten in Deutschland im Schnitt 10,5 Jahre im selben Betrieb – fast ein Jahr länger als noch Mitte der neunziger Jahre.
Eine lange Betriebszugehörigkeit spricht jedoch nicht unbedingt für eine gute Verfassung des Arbeitsmarkts. Deutschland oder auch Frankreich, wo die Mitarbeiter durchschnittlich sogar 11,5 Jahre in ihrem Betrieb bleiben, verbuchten im vergangenen Jahr eine Arbeitslosenquote von 8,4 bzw. 9,4 Prozent. Jene Staaten, die im Betriebszugehörigkeits-Ranking unten stehen, wiesen dagegen Quoten von 5,3 Prozent (Großbritannien), 4,4 Prozent (Irland) oder sogar 3,9 Prozent (Dänemark) vor.
Für diesen Zusammenhang gibt es einen Grund: Hierzulande bewirkt ein relativ strikter Kündigungsschutz, dass die Unternehmen ihren Personalbestand kaum durch „hire and fire“ steuern. Vielmehr greifen die Firmen zu flexiblen Arbeitszeitmodellen, heuern nur befristet an oder nutzen das Angebot der Zeitarbeitsfirmen.
Dadurch werden zwar Entlassungen vermieden, sodass weniger betriebsspezifisches Know-how verloren geht. Die geringere Einstellungsbereitschaft macht es aber etwa Berufseinsteigern schwerer, überhaupt auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Zu den Folgen gehört die hohe (Langzeit-) Arbeitslosigkeit, die viel Wissen entwertet.
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